Beim ITF-Damenturnier in Nairobi ist es am Mittwoch zu einer ungewöhnlichen und viel diskutierten Szene gekommen. Die ägyptische Tennisspielerin Hajar Abdelkader sorgte bei ihrem Auftritt für Erstaunen, nachdem schnell deutlich wurde, dass sie mit grundlegenden Tennisregeln kaum vertraut war.
Abdelkader war per Wildcard in das Hauptfeld des Turniers aufgenommen worden und traf in der ersten Runde auf die Deutsche Lorena Schaedel. Für die 21-jährige Ägypterin war es das erste Match auf professionellem Niveau, doch der Einstieg verlief alles andere als gewöhnlich.
Unkenntnis der Regeln auf dem Court
Bereits in den ersten Spielen wurde klar, dass Abdelkader große Schwierigkeiten hatte, dem Spiel zu folgen. In mehreren Situationen wusste sie nicht, von welcher Seite sie aufschlagen musste. Ihre Gegnerin sah sich sogar gezwungen, sie während des Matches darauf hinzuweisen, wie der Spielablauf korrekt fortgesetzt wird.
Besonders problematisch war der Aufschlag. Schon beim Ballwurf unterliefen Abdelkader zahlreiche Fehler, was sich direkt im Spielstand widerspiegelte. Von insgesamt 24 Aufschlägen landeten 20 im Doppelfehler. Entsprechend kurz und einseitig verlief die Partie.
Deutliches Ergebnis in kurzer Zeit
Schaedel ließ keine Zweifel am Ausgang des Matches aufkommen und gewann die Begegnung souverän mit 6:0, 6:0. Nach nur 37 Minuten war das Spiel beendet. Abdelkader gelangen lediglich drei Punkte, begünstigt durch zwei Doppelfehler ihrer Gegnerin und einen ungewöhnlichen unerzwungenen Fehler.
Ausschnitte aus dem Match verbreiteten sich anschließend rasant in den sozialen Netzwerken und sorgten für großes Aufsehen. Das entsprechende Video ist unter folgendem Link zu sehen:
https://www.instagram.com/reel/DTOpOfrklcH/
Fragen zur Wildcard-Vergabe
Für ihre Teilnahme erhält Abdelkader ein Preisgeld von umgerechnet rund 254 Euro. Über die genauen Gründe, warum die Turnierorganisation ihr eine Wildcard erteilte, wurde bislang nichts bekannt. Offizielle Stellungnahmen seitens des Veranstalters oder des ägyptischen Tennisverbands liegen derzeit nicht vor.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Vergabepraxis von Wildcards bei internationalen Turnieren auf. Diese sollen in der Regel jungen Talenten oder lokal relevanten Spielerinnen Chancen eröffnen, stehen jedoch auch immer wieder in der Kritik, wenn sportliche Kriterien nicht erkennbar erfüllt sind.




