Carlos Alcaraz und sein langjähriger Trainer Juan Carlos Ferrero haben ihre Zusammenarbeit beendet. Das gab der spanische Weltranglistenerste selbst über Instagram bekannt. Nach sieben gemeinsamen Jahren, geprägt von außergewöhnlichen Erfolgen und historischen Momenten, trennen sich damit zwei der prägendsten Figuren des modernen Tennissports.
Ferrero übernahm 2018 die Rolle des Cheftrainers von Alcaraz, damals noch ein vielversprechendes Talent aus Murcia. Unter seiner Führung entwickelte sich Alcaraz rasant zu einem der dominierenden Spieler der Tour. Bereits drei Jahre nach Beginn der Zusammenarbeit gewann der Spanier bei den US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel. In den darauffolgenden Jahren folgten fünf weitere Major-Triumphe sowie zahlreiche Siege bei ATP-Endturnieren, die ihn dauerhaft an die Spitze der Weltrangliste brachten.
Überraschender Zeitpunkt nach dem erfolgreichsten Jahr
Der Zeitpunkt der Trennung kommt für viele Beobachter unerwartet. Alcaraz blickt auf eines der stärksten Jahre seiner Karriere zurück, mit Turniersiegen bei den French Open und den US Open. Erst vor wenigen Tagen wurde Ferrero zudem zum ATP Coach of the Year gewählt. Trotz dieser sportlichen Höhepunkte endet die Zusammenarbeit nun.
In seiner ausführlichen Instagram-Erklärung fand Alcaraz sehr persönliche Worte für seinen Mentor. Er dankte Ferrero dafür, dass er seine Kindheitsträume Wirklichkeit werden ließ und ihn über Jahre hinweg nicht nur auf dem Platz, sondern auch menschlich begleitet habe. Die gemeinsame Reise habe begonnen, als er noch ein Kind war, jede Etappe sei für ihn etwas Besonderes gewesen.
Besonders symbolisch ist ein Satz, der die Trennung einordnet, die beiden hätten den Gipfel erreicht. Wenn sich ihre sportlichen Wege trennen müssten, dann sei dies der richtige Moment, nämlich ganz oben, dort, wo sie immer hinwollten.
Ferrero, selbst eine Ikone des Tennissports
Juan Carlos Ferrero blickt auch als Spieler auf eine beeindruckende Karriere zurück. Der heute 45-Jährige war selbst die Nummer eins der Welt im Einzel und gewann 2003 die French Open, als er im Finale den Niederländer Martin Verkerk besiegte. Im selben Jahr stand er auch im Endspiel der US Open, unterlag dort jedoch Andy Roddick. Neben seiner Arbeit mit Alcaraz war Ferrero in der Vergangenheit unter anderem kurzzeitig Trainer von Alexander Zverev.
Kurz nach der Veröffentlichung von Alcaraz meldete sich auch Ferrero zu Wort. In seinem Statement ließ er durchblicken, dass er die Zusammenarbeit gerne fortgesetzt hätte. Seine Worte deuten darauf hin, dass die Entscheidung vor allem vom Spieler ausging. Gleichzeitig ließ er anklingen, dass es zuletzt nicht mehr völlig reibungslos lief, auch wenn er überzeugt war, dass man nach all den gemeinsamen Erinnerungen wieder zueinander hätte finden können.
Australian Open und Rotterdam
Carlos Alcaraz richtet den Fokus nun auf die kommende Saison. Mitte Januar startet in Melbourne mit den Australian Open das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Im Februar wird der Spanier zudem beim ABN AMRO Open in Rotterdam antreten, wo er traditionell auf starke internationale Konkurrenz trifft.
Wie sich Alcaraz ohne Ferrero an seiner Seite präsentieren wird, bleibt eine der spannendsten Fragen der neuen Tennissaison. Sicher ist jedoch, dass ihre gemeinsame Geschichte bereits jetzt einen festen Platz in der Tennis-Historie hat.



