Carlos Alcaraz hat in seiner noch jungen Karriere schon mehr erreicht, als manch anderer Spieler jemals schaffen wird. Mit gerade einmal 18 Jahren und 333 Tagen hat der Spanier in Miami seinen ersten Masters-Titel gewonnen. Damit hat er nicht nur seinen bisher größten Triumph eingefahren, sondern löst auch Novak Djokovic als jüngsten Miami-Champion der Geschichte ab. Der Serbe war 19 Jahre jung, als er das erste Mal in Miami triumphierte. Seitdem hat Djokovic das Turnier weitere fünf Mal gewonnen. Ein Weg, den durchaus auch Carlos Alcaraz beschreiten könnte. Denn wenn der Youngster so weitermacht und verletzungsfrei bleibt, dann stehen ihm alle Türen offen.
So sieht das auch sein Finalgegner Casper Ruud, der sich als sehr fairer Verlierer erwies. „Erstmal Gratulation an Carlos. Du bist ein so guter Spieler und noch so jung. Wenn du so weiter machst, dann wirst du dort [als Sieger, Anm.] noch öfter stehen. Du bist so ein harter Arbeiter und was auch immer du noch gewinnen wirst, es wird absolut verdient sein“, lobte der Norweger die Leistung des jungen Spaniers.
Trotz der Niederlage kann auch Casper Ruud sehr stolz auf seine Woche in Miami sein. Nicht nur, weil er damit endlich den Stempel „Sandplatz-Spezialist“ begraben kann, sondern weil auch er sich in die Geschichtsbücher eingetragen hat. Denn Ruud ist der erste Norweger überhaupt, der in das Endspiel eines Masters-Turniers vordringen konnte. Der Lohn: ein neues Career High. Ab Montag wird Ruud, der derzeit auf Rang acht steht, auf Rang sieben zu finden sein.
Auch Carlos Alcaraz fand daher bei der Siegerehrung nur lobende Worte für den Norweger. „Gratulation für das tolle Turnier und auch Gratulation an dein Team. Du bist ein harter Arbeiter und wirst dieses Jahr noch viel erreichen. Aber vor allem bist du ein netter Kerl, was noch viel wichtiger ist“, stellte der Spanier besonders den guten Charakter seines Gegners heraus. Den hatte der Norweger auch im Match noch mal unter Beweis gestellt. Denn als im ersten Satz Carlos Alcaraz beim Stand von 3:4, 30:0 nach einem verpatzten ersten Aufschlag den inzwischen platten Ball aussortieren musste, gab Ruud ihm zwei neue Aufschläge. Nach den Regeln hätte der Spanier nur mit einem zweiten Aufschlag vorlieb nehmen müssen.
Eine besondere Geste hatte auch Juan Carlos Ferrero, Ex-Profi und Trainer von Carlos Alcaraz, gezeigt. Der Spanier, der neben dem weiteren Team und Alcaraz‘ Eltern in der Box saß, hat vor wenigen Tagen seinen Vater Eduardo verloren und seinen Schützling dennoch im Finale vor Ort unterstützt. Was ihm Alcaraz hoch anrechnete: „Danke an mein Team und an meine Eltern. Es ist wichtig seine Familie und sein Team bei sich zu haben. Besonderer Dank auch an Juan Carlos, der momentan eine harte Zeit durchmacht. Es ist toll, diesen besonderen und wichtigen Moment in meiner Karriere mit euch teilen zu können.“
Mit seinem Sieg in Miami wandelt Alcaraz auch auf den Spuren seines Idols Rafael Nadal. Denn nun ist „Carlitos“ nach Nadal und Michael Chang der drittjüngste Spieler, der jemals bei einem 1000er-Event den Sieg einfahren konnte.
Die 5 jüngsten Masters-Champions
1. Michael Chang (USA) 1990 in Toronto = 18 Jahre und 157 Tage
2. Rafael Nadal (Spanien) 2005 in Monte Carlos = 18 Jahre und 318 Tage
3. Carlos Alcaraz (Spanien) 2022 in Miami = 18 Jahre und 333 Tage
4. Rafael Nadal (Spanien) 2005 in Rom = 18 Jahre und 339 Tage
5. Rafael Nadal (Spanien) 2005 in Montreal = 19 Jahre und 72 Tage
(Bild © IMAGO/ZUMA Wire/Andrew Patron)




