Der Jubel von Alexander Zverev – und des gesamten deutschen Teams – fiel mehr als verhalten aus. Aus Respekt vor der brasilianischen Mannschaft. Aber auch aufgrund der Beleidigungen des frenetischen Publikums, die zum Ende weit unter der Gürtellinie landeten. Also packte „Sascha“ schnell seine Taschen und verschwand in Windeseile vom Court. In den Katakomben wurde dann aber gefeiert.
Dies bewiesen unter anderem die Instagram-Storys von Kevin Krawietz, dem Social-Media-Beauftragen unter den deutschen Tennis-Stars. Wie schon im Doppel gemeinsam mit Tim Pütz, erfüllte Krawietz auch außerhalb des Courts seine Aufgabe mit Bravour. Da stand er nun beim Gruppenfoto, als einziger und ganz entspannt in Flip Flops, wohlwissend dass Deutschland seinen Platz in der Gruppenphase der Davis-Cup-Finals vom 14. bis 18. September sicher hat. Und ebenfalls wohlwissend, dass das deutsche Aufgebot durchaus Titelchancen hat, sollte es in derselben Besetzung antreten können.
Die Stimmen zum deutschen Sieg im Rio-Hexenkessel
Alexander Zverev: „Ich bin mit beiden meiner Matches hier sehr zufrieden und dass ich zwei Punkte für das Team holen konnte. Ich habe mich jeden Tag ein bisschen besser auf Sand gefühlt. Ich wusste, dass ich mich gegen Monteiro noch einmal deutlich steigern musste und das ist mir heute gelungen. Wir sind in der Woche hier als Team weiter zusammengewachsen. Wir haben ein gemeinsames Ziel und dafür fighten wir miteinander und unterstützen uns. Der Einzug in die Gruppenphase bedeutet mir unglaublich viel. Für dieses Ziel bin ich nach Brasilien gekommen.“
Kevin Krawietz: „Am Anfang war es ein schwieriges Match. So eine Atmosphäre wie hier erleben wir nur sehr selten, daran mussten wir uns erstmal gewöhnen. Wir sind nicht so gut reingekommen, verloren den ersten Satz und standen dann natürlich unter Druck. Aber wir sind immer ruhig geblieben. Unsere Bank draußen war eine unglaubliche Hilfe. Wie die reingeschrien haben, das hat uns sehr geholfen.“
Tim Pütz: „Der Schlüssel zum Sieg war, dass wir die ganze Zeit über mental stark geblieben sind. Natürlich waren wir frustriert nach dem ersten Satz, aber wir haben immer weiter an unsere Chance geglaubt und uns von den Zuschauern nicht beeinflussen lassen.“
Michael Kohlmann: „Das ist ein sehr wichtiger Erfolg für uns. Nach unserem guten Abschneiden bei den Finals im letzten Jahr, wollen wir uns in der Weltspitze etablieren. Die Qualifikation für die Gruppenphase war dafür der erste Schritt. Wir haben die Prüfung hier auswärts in Brasilien als Team bestanden. Die Umstellung auf Sand, die lauten brasilianischen Fans und die Platzverhältnisse haben uns nicht aus der Ruhe gebracht. Nach dem gestrigen Tag wussten wir, jeder Punkt, jede Situation ist wichtig. Es ist gut zu wissen, dass wir ein so starkes Doppel haben auf das wir uns immer verlassen können und das im Davis Cup weiter ungeschlagen bleibt. Alexander hat sich stark präsentiert hier und in beiden Einzeln gezeigt, wie wichtig er für unser Team ist. Insgesamt war es eine sehr gute Woche in Rio, die uns als Team weiter zusammengebracht hat.“
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(Bild (c) IMAGO / Paul Zimmer)




