Gänsehaut in Tokio und bei allen Fans von Alexander Zverev! In einem der wichtigsten Matches seiner Karriere ist der deutschen Nummer eins ein Mega-Comeback mit historischen Dimensionen gelungen.
Trotz 1:6, 2:3-Breakrückstand kam „Sascha“ gegen den Überspieler dieser Saison zurück. Und wie! Er hat es tatsächlich geschafft. Zverev besiegte Novak Djokovic im Halbfinale der Olympischen Spiele in Tokio am Freitag mit 1:6, 6:3 und 6:1. Wahnsinn! Damit ist der Traum vom Golden Slam für den Serben geplatzt und Zverevs Traum von Olympia-Gold nur noch einen Sieg entfernt.
Goldjunge Zverev greift nach den Sternen
Dabei sah zunächst alles nach einer Überfahrung durch die Nummer eins der Welt aus. Der erste Satz rutschte Zverev viel zu schnell durch die Lappen. Der DTB-Profi wirkte fahrig, schwitzte enorm und feuerte später sogar seinen Schläger auf den Olympia-Hartplatz in der japanischen Hauptstadt. Djokovic spielte jedoch keineswegs durchgehend überragend. Doch immer wenn es wirklich wichtig wurde, agierte der 20-fache Grand-Slam-Sieger wie ein präziser Chirurg.
Zverev erarbeitete sich zwar direkt im ersten Spiel eine Breakchance, bei eigenem Aufschlag war er aber längst nicht so stabil wie zuletzt gegen Basilashvili und Chardy. Das lag natürlich auch an den grandiosen Return-Qualitäten des großen Dominators dieser Saison.
Nach Breaks zum 1:3 und 1:5 war Durchgang eins vorentschieden. Djokovic servierte sicher zum Satzgewinn, ehe er in der Anfangsphase des zweiten leicht vom Gas ging. Zverev konnte diese Phase allerdings nicht nachhaltig ausnutzen. Breakball zum möglichen 2:0 vergeben und wenig später das Break zum 2:3 kassiert. „Sascha“ war mutig ans Netz gestürmt, die zu schlecht vorbereiteten Angriffe wurden allerdings eiskalt abgekontert von Djokovic.
Mega-Comeback gegen den „Djoker“
Doch Zverev schlug umgehend zurück. Dank eines Rebreaks zu Null war er plötzlich wieder voll im Geschäft. Und das war erst der Anfang. Der „Djoker“ zeigte Wirkung – keine freien Punkte mehr beim Aufschlag und Stopps zur Unzeit. Doppelbreak Zverev! Satzausgleich! Der Traum lebte! Und wie!
Im alles entscheidenden dritten Satz löste Zverev alle Fesseln. 1:0, 2:0, 3:0, 4:0 – erneut Doppelbreak für den 24-jährigen Hamburger! Nachdem er vier Rebreakchancen zum möglichen 1:1 vereitelt hatte, stürmte Super-„Sascha“ wie ein japanischer Taifun in Richtung Finale. Djokovic war nun völlig von der Rolle. Alles was zu Beginn noch geklappt hatte, ging in Durchgang drei schief.
Zverev wackelte zwar noch einmal kurz, machte den Sack aber bei Aufschlag Djokovic zu. Mit den Händen vor dem Gesicht nahm er seinen Wahnsinnserfolg entgegen und ließ den Tränen freien Lauf. Im Finale wartet mit Karen Khachanov ein Gegner, den Zverev in dieser Form schlagen muss.
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(Bild (c) IMAGO/ Chai v.d. Laage)




