Ein zwischenzeitlich vom Schiedsrichter arg genervter Roger Federer (ATP 8) hat das Duell mit Marin Cilic (ATP 47), das in der Vergangenheit bereits zweimal im Finale eines Grand-Slam-Turniers stattgefunden hat, mit 6:2, 2:6, 7:6 (4), 6:2 für sich entschieden.
Ein enger erster Satz endet klar für Federer
Federer holt sich den ersten Satz vom Ergebnis her sehr klar und deutlich mit 6:2, obwohl der Spielverlauf in dieser Anfangsphase der Partie wirklich eng war. Was den Schweizer von Cilic unterschied, war die Erfolgsquote bei den wirklich wichtigen letzten Punkten Richtung Spielgewinn.
Satz zwei: Der wütende Maestro fühlt sich ungerecht behandelt
Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt dann in dieser Hinsicht. Der Kroate nutze jetzt seine Chancen und zog auf 4:1 davon. Auch der Schiedsrichter agierte nicht nach dem Gusto Federers und verwarnte ihn wegen einer Zeitüberschreitung als returnierender Spieler. Ein sich ungerecht behandelt fühlender Federer diskutierte in der Folge nicht nur beim Seitenwechsel munter mit dem Referee, sondern sparte auch zwischen den Ballwechseln nicht mit weiteren sarkastischen Kommentaren in dessen Richtung.
Cilic profitierte über seine eigene Leistungssteigerung hinaus von dem offensichtlichen Mangel an Konzentration beim zwanzigfachen Grand-Slam-Champion und holte sich den Satzausgleich mit 6:2.
Der Schweizer holt sich den wichtigen dritten Durchgang im Tiebreak
In Satz drei gelang es Federer dann aber zunächst wieder besser, sich aufs Spiel selbst zu fokussieren. Er breakte Cilic zum 2:1 und schon war es dieser, der fahrig und unkonzentriert agierte. Als Federer aber gleich mehrere Chancen darauf, noch weiter davonzuziehen, ungenutzt ließ, kehrte der Schlendrian des zweiten Satzes in das Spiel des fast 40-Jährigen zurück. Plötzlich musste sich Federer bei 4:5 gegen einen weiteren Satzverlust wehren. Er meisterte diese Aufgabe in der Art und Weise eines Champions und glich mit dem besten Aufschlagspiel seit Langem zum 5:5 aus.
Auch Cilic spielte jetzt aber sein bestes Tennis und setzte Federer mit einer 6:5-Führung erneut unter Druck. Der hielt erneut stand und erzwang mit einem weiteren Aufschlagspiel ohne Punktverlust die Entscheidung im Tiebreak. Dort schenkte die Nummer 47 der Welt dann dem Schweizer das vorentscheidende Mini-Break per Doppelfehler. Federer nahm die Einladung an und transportierte die Führung zur wichtigen 2:1-Satzführung.
Zum zweiten Mal wird ein Doppelfehler Cilic zum Verhängnis
Dem 32-jährige Cilic gelang es aber am Anfang von Satz 4 weiterhin, das Match ausgeglichen zu halten. Beide Spieler zelebrierten auf dem Court Philippe-Chatrier eher First-Strike-Hartplatztennis als in der Manier klassischer Sandplatzspieler zu agieren. Kurze Ballwechsel, Punktgewinne mit dem Aufschlag oder den ersten Schlägen nach dem Service waren die Regel, nicht die Ausnahme. Dann aber verteilte Marin Cilic zum zweiten Mal ein Geschenk per Doppelfehler – Federer konnte mit 3:1 in Führung gehen. Diesen Vorteil ließ sich Federer mit all seiner Erfahrung nicht mehr nehmen. Er servierte noch zweimal souverän und holte sich das Match, das ein erster Härtetest für seine Form und sein Nervenkostüm war, am Ende mit einem weiteren Break.
(Bild (c) IMAGO / Starface)




