Es fehlte nicht viel zu einem Start-Ziel-Sieg bei ihrem WTA-Debüt: Doch Jule Niemeier (WTA #216) hat das Finale beim 250er-Event in Straßburg knapp verpasst. Die bravourös kämpfende Qualifikantin scheiterte am Freitagabend im Halbfinale gegen Barbora Krejcikova aus Tschechien mit 7:5, 3:6, 4:6. Dennoch darf – und wird – sie stolz auf ihre Leistungen der vergangenen Tage sein, mit denen niemand rechnen konnte. Daher feiern wir die 21-Jährige zunächst mit einem kurzen Blick zurück.
Über die Quali bis ins Halbfinale: Die Chronologie des Jule-Laufs
Sonntag: Niemeier gewinnt das Quali-Finale gegen Andrea Petkovic und löst ihr erstes Hauptfeld-Ticket auf WTA-Ebene.
Donnerstag: Niemeier siegt nach ihrem Erstrundenmatch gegen Diane Parry auch in dem Top-50-Duell gegen Shelby Rogers – jeweils ohne Satzverlust.
Donnerstag: Da sich das Rogers-Match wegen Regens über zwei Tage zieht, muss sie am Donnerstag zudem ihr Viertelfinale spielen. Beeindruckend: Jule lässt auch Arantxa Rus keine Chance und bucht das Halbfinale.
Freitag: Niemeier verlangt der Nummer 38 der Welt im Halbfinale alles ab, scheitert an Krejcikova knapp im Halbfinale.
Die Tschechin bekam von Anfang an zu spüren, dass die Dortmunderin bei ihrem WTA-Debüt noch lange nicht genug hatte – ungeachtet des Tapes an Niemeiers rechter Schulter, das den einen oder anderen Fan überrascht haben dürfte. Den ersten Breakball konnte die an fünf gesetzte Osteuropäerin bei 1:1 – der Netzkante sei Dank – noch abwehren, bei 2:2 wurde ihr jedoch ein Doppelfehler zum Verhängnis. So nah liegen Glück und Pech im Tennis manchmal beieinander.
Nun konnte Niemeier mit dem Breakvorsprung im Rücken befreit aufspielen – und genau das tat sie auch. Erst als die Chance, den Satz einzutüten, zum Greifen nah schien, dachte das DTB-Talent erstmals nach und kassierte promt das 5:5. Wichtig: Niemeier blieb dennoch gut im Schlag, holte sofort das Re-Break und letztlich auch den Satz.
Niemeier zeigt erneut Comeback-Qualitäten
Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin im Doppel auf der anderen Seite des Netzes gab sich jedoch nicht geschlagen. Im Gegenteil: Im zweiten Satz erwischte sie den besseren Start, ging schnell mit 2:0 in Führung. Doch erneut zeigte die Dortmunderin Comeback-Qualitäten – zur Belohnung gab es wieder das direkte Re-Break. In dieser Phase entpuppte sich ihre 25-jährige Gegnerin aber als clevere Spielerin, die weiter am Ball blieb und den Satzausgleich schaffte.
Richtig brenzlig wurde es für die Deutsche im fünften Spiel des dritten Satzes. Die Doppelfehler acht und neun führten zu zwei Breakbällen für die Tschechin, die Jule jedoch bravourös abwehren konnte. Im siebten Spiel hatte sie dieses Spielglück dann nicht mehr: Diesmal packte die Favoritin zu und ging mit 4:3 in Führung. Bitter! Krejcikova trifft im Finale von Straßburg auf Sorana Cirstea aus Rumänien. Auch wenn es am Ende nicht ganz reichte: Es funkelt ein neuer schwarz-rot-goldener Stern am Tennis-Firmament. Danke, Jule – für diese strahlende Woche.
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(Bild © IMAGO / CTK Photo)




