Halbfinale! Dan Evans hat sich in einem denkbar knappen Viertelfinale unter die letzten vier des ATP-Masters von Monte Carlo gespielt. Der Brite bezwang David Goffin mit 5:7, 6:3, 6:4.
Das Überraschungs-Viertelfinale
Mit einem Blick auf das Draw hätten die meisten Experten an dieser Stelle ein anderes Viertelfinale vorausgesagt. Die beiden Favoriten für die beiden Plätze unter den besten acht im oberen Viertel der Auslosung: Novak Djokovic und Alexander Zverev. Beide waren auch recht souverän ins Achtelfinale spaziert, dort dann aber von Evans und Goffin unsanft ausgebremst worden.
Zunächst beendete Goffin Zverevs Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis beim Heimturnier, ehe Evans noch viel sensationeller den Weltranglistenersten ausschaltete. Ein Überraschungs-Viertelfinale also, das dennoch alles andere als uninteressante Vorzeichen aufwarf. Ihre aktuelle Form stellten beide ja bereits hinlänglich unter Beweis. Das aber nicht nur in dieser Woche: Im Februar gewannen beide ihren ersten Titel der Saison. Evans in Melbourne, Goffin in Montpellier.
Duell der Gegensätze
Und es war einmal mehr ein Duell der Gegensätze. Auf der einen Seite der Brite, der mit viel Variation arbeitet, Slice und Stops genauso zur Anwendung bringt wie überraschend aggressive Netzangriffe. Auf der anderen Seite der Belgier, der gerne von der Grundlinie schuftet, als wandelnde Ballmaschine fungiert und seine Gegner geduldig zur Weißglut bringt.
Den besseren Start erwischte Dan Evans, der sich im ersten Spiel sofort das Break schnappte. Generell wirkte der 30-Jährige in der Anfangsphase griffiger und produzierte kaum Fehler. Doch Evans verpasste es, den Vorsprung mit einem zweiten Break zu sichern. Und das sollte sich rächen. Beim Ausservieren war Goffin plötzlich zur Stelle und glich zum 5:5 aus. Damit nicht genug: Plötzlich war der Belgier überall und produzierte Winner aus allen Lagen. Mit dem vierten Spiel in Serie schnappte er sich das 7:5 und die Satzführung.
Evans schlägt zurück – offener Schlagabtausch
Wie schon in Satz eins gehörte Evans auch im zweiten Durchgang die Anfangsphase. Das Break zum 2:1 brachte den Weltranglisten-33. erneut in Führung. Und dieses Mal ließ er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit einem weiteren Break zum 6:3 stellte Evans die Uhren wieder auf Anfang.
Der Entscheidungssatz bot jede Menge Spannung. Beide Spieler sahen Breakchancen kommen und gehen, spielten mit offenem Visier und lieferten sich sehenswerte Ballwechsel. Im neunten Spiel kratzte Goffin am entscheidenden Break, konnte vier Gelegenheiten aber nicht verwerten. Und das bereute der Weltranglisten-15. ein Spiel später: Plötzlich erspielte Evans sich den Matchball – und verwertete mit einem Urschrei eiskalt zum 5:7, 6:3, 6:4.
Halbfinale gegen Tsitsipas
Der Schlüssel waren am Ende die starken Nerven von Evans. 15 von 17 Breakchancen konnte der Brite abwehren, alle sieben im dritten Durchgang. Er selber nutzte vier von neun Gelegenheiten. Im Halbfinale kommt es am Samstag nun zum Duell mit Stefanos Tsitsipas. Der Grieche musste gegen Alejandro Davidovich Fokina nur einen Satz lang ran, ehe der Spanier leider aufgeben musste.
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(Bild © IMAGO / PanoramiC)




