Dieser Mann ist auf einer Mission! Rafael Nadal präsentiert sich bei diesen ATP Finals weiterhin in absoluter Topform. Auch im alles entscheidenden Gruppenmatch gegen Titelverteidiger Stefanos Tsitsipas war der Spanier über weite Strecken grandios aufgelegt. Mit 6:4, 4:6, 6:2 setzte sich Nadal gegen den ebenfalls stark aufspielenden Griechen durch und darf weiter vom ersten Titelgewinn beim Saisonabschlussturnier träumen.
Schlüssel zum Sieg war erneut der Aufschlag. Wie schon in seinen beiden Matches zuvor servierte „Rafa“ unfassbar gut. Die knallharte und sehr präzise Spieleröffnung erinnerte mit Ausnahme eines tragischen Doppelfehlers im zweiten Satz und kleinen Schwankungen zu Beginn des dritten Durchgangs an Nadals Aufschlaggala bei den US Open 2010. Zudem war der 20-fache Grand-Slam-Champion in den Ballwechseln häufig ein unüberwindbares Hindernis für Tsitsipas.
Nadal baut Mega-Serie aus
Der 22-jährige Vorjahressieger konnte zunächst nur dann sein Spiel durchdrücken, wenn der erste Aufschlag kam. Selbst in Sachen Variabilität war Nadal heute der bessere Spieler. Die klug vorgetragenen Netzangriffe des Weltranglistenzweiten führten regelmäßig zum Erfolg. Knackpunkt im ersten Satz war das Break zum 5:4. Nachdem Nadal im Returnspiel zuvor noch zwei Breakchancen ungenutzt ließ, half Tsitsipas mit einem Doppelfehler nach. Dank seines vierten Asses machte der famose Linkshänder kurz darauf den Sack zu.
Damit war aus statistischer Sicht die Tür für die Nummer sechs der Welt bereits so gut wie geschlossen. Denn Nadal ist seit Acapulco 2019 in mittlerweile 71 Matches ungeschlagen, wenn er den ersten Satz zu seinen Gunsten entschied. Doch Tsitsipas ließ sich nicht entmutigen. Obwohl sich der 34-jährige Routinier auch zu Beginn des zweiten Durchgangs eine Breakchance erspielte, stabilisierte sich der Hellene.
Bitterer Doppelfehler zwingt „Rafa“ zu Überstunden
Belohnt wurde diese Hartnäckigkeit mit dem Satzausgleich. Ausgerechnet ein Doppelfehler des ansonsten fast unfehlbaren Mallorquiners verhalf Tsitsipas zum einzigen Break im zweiten Durchgang. Doch dieser Fauxpas entfachte nur noch mehr Feuer bei Nadal.
Nach einem kleinen Breakfestival zu Beginn des Entscheidungssatzes ließ er den nun leicht nachlassenden Youngster nicht mehr aus dem Schwitzkasten. Mit guten Wechseln aus Tempo und Höhe zog Nadal Tsitsipas quasi im Nachfassen den Zahn. Das Break zum 5:2 war gleichbedeutend mit dem Ticket fürs Halbfinale.
Dort kommt es am Samstag zum Mega-Duell mit Daniil Medvedev. Dem Russen ist nach zwei großartigen Vorstellungen gegen Alexander Zverev und Novak Djokovic der erste Platz in der Gruppe Tokyo 1970 nicht mehr zu nehmen.
(Bild © imago images / Xinhua)




