Wenn sich die besten acht Spieler des Jahres zum Saisonabschlussturnier in London treffen, ist auch das Who is Who der Schiedsrichtergilde in der britischen Hauptstadt zugegen. Wobei hier zwischen ATP- und ITF-Unparteiischen unterschieden werden muss.
Bekannte Namen wie Carlos Ramos, Damien Dumusois, James Keothavong, Alison Hughes, Eva Asderaki-Moore oder Marijana Veljović können beispielsweise nicht bei den ATP Finals auf dem Schiedsrichterstuhl Platz nehmen, da sie bei der ITF unter Vertrag stehen. Deshalb sind diese Schiris vorwiegend bei Grand-Slam-Turnieren sowie im Davis Cup und im Fed Cup mit der Spielleitung beauftragt.
Der Qualität tut dies aber keinen Abbruch. Denn die ATP schickt mit Mohamed Lahyani, Carlos Bernades, Renaud Lichtenstein und Aurelie Tourte vier ihrer besten Umpire zum Abschlussevent in die O2 Arena. Wir stellen euch das Quartett kurz vor.
Carlos Bernades (Brasilien)
ATP-Schiedsrichter seit 1990. Leitete das Herrenfinale der US Open 2006 und 2008 sowie das Wimbledonfinale der Herren 2011 und das Finale der ATP Finals 2016. Inhaber des Gold Badge.
Mohamed Lahyani (Schweden)
ATP Schiedsrichter seit 1997. Leitete das längste Match der Tennisgeschichte zwischen John Isner und Nicolas Mahut 2010 in Wimbledon sowie das Herrenfinale in Wimbledon 2013. Saß beim Endspiel der ATP Finals 2008, 2010 und 2013 auf dem Stuhl. Inhaber des Gold Badge.
Renaud Lichtenstein (Frankreich)
ATP Schiedsrichter seit 2016. Leitete das Damenfinale der French Open 2017. Inhaber des Gold Badge.
Aurelie Tourte (Frankreich)
ATP Schiedsrichterin seit 2018. Erst die dritte Schiedsrichterin aus Frankreich, die das Gold Badge erhielt. Und die erste Dame, die einen Vollzeitvertrag 2019 mit dem ATP-Schiedsrichtereliteteam unterzeichnete. Leitete 2017 das Damen-Doppelfinale der French Open und 2019 das Dameneinzelfinale in Roland Garros. Erste Dame, die ein ATP-500-Finale schiedste. Saß bei den US Open 2020 auf dem Schiedsrichterstuhl, als Novak Djokovic disqualifiziert wurde.
Keine Linienrichter in London
Neben den Einzelmatches sind die vier Schiedsrichter in London auch beim Jahresabschlussturnier der Doppelspieler im Einsatz. Besonderheit: Erstmals wird bei den ATP Finals auf Linienrichter verzichtet. Das elektronische Hawk-Eye übernimmt wie bereits in Wien, den beiden Turnieren in Köln, in St. Petersburg und bei den Western & Southern Open (Cincinnati-Masters, diesmal ausgetragen in New York) diesen Job.
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