In der Weltrangliste liegen sie nicht weit auseinander – und auch im Halbfinale des ATP-Turniers in St. Petersburg waren es letztlich Kleinigkeiten, die über den Einzug ins Endspiel entschieden haben. Diesen konnte Andrey Rublev (ATP #10) am Samstag im Duell mit Denis Shapovalov (ATP #12) perfekt machen. Der Russe siegte mit 4:6, 6:3, 6:4.
Für einen Rechtshänder ist es immer schwierig, sich auf das Spiel eines Linkshänders einzustellen. Rublev war allerdings in Übung, da er in den vergangenen drei Tagen mit Ugo Humbert und Cameron Norrie bereits zwei Kontrahenten bezwingen konnte, die das Racket in der linken Hand halten. Selbiges trifft bekanntlich auch auf Shapovalov zu, der den Linkshänder-Lauf des Russen nicht beenden konnte.
„Shapo“-Aus trotz gutem Start
Dabei sah es aus Sicht des Kanadiers zu Beginn ganz gut aus: Der Knackpunkt im ersten Satz war das oft „verflixte“ siebte Spiel, nachdem beide Profis zuvor relativ souverän durch ihre jeweiligen Aufschlagspiele marschiert waren. Diesmal ging es jedoch über Einstand – und „Shapo“ verwandelte seinen vierten Breakball in diesem Match.
Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs begegneten sich die beiden zunächst auf Augenhöhe. Bei 1:1 konnte Rublev einen Breakball seines Gegners abwehren – eine Initialzündung aus Sicht des Osteuropäers, dem es anschließend gelang, Shapovalov den Aufschlag abzunehmen, obwohl dieser bereits 40:0 geführt hatte. Im dritten Satz tat sich der Kanadier erneut schwer, kassierte bei 2:2 ein weiteres Break. Bei 3:4 aus seiner Sicht musste er zudem ein Medical Timeout nehmen, das dem späteren Sieger Rublev zusätzlich in die Karten spielte.
Rublev vor zweitem ATP-Titel innerhalb eines Monats
Nach zwei Niederlagen gegen Shapovalov 2019 (in Winston-Salem und Miami) konnte Rublev die Head-to-Head-Bilanz nun egalisieren, nachdem er das Duell 2017 bei den Next Gen Finals gewonnen hatte. Noch wichtiger: Er hat einen großen Schritt im „Race to London“ hingelegt. Der 22-Jährige bekommt es im Finale mit dem Sieger aus dem Match Milos Raonic gegen Borna Coric zu tun – beide sind übrigens Rechtshänder.
Sollte Rublev am Sonntag die Umgewöhnung von einem Links- auf einen Rechtshänder gelingen, wäre dies gleichbedeutend mit seinem sechsten ATP-Titel. Sein letzter Triumph liegt gerade einmal einen knappen Monat zurück. Damals konnte der Russe in Hamburg das Finale gegen den starken Stefanos Tsitsipas für sich entscheiden.
(Bild © imago images / ITAR-TASS)




