Viele Tennisprofis haben Erfahrungen als Ballkinder gesammelt. Die wenigsten allerdings stellen sich mit 38 Jahren noch mal auf den Platz, um für andere Spieler kleine, gelbe Filzkugeln aufzusammeln. Doch besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. So durften die Veranstalter des WTA-Turniers in Straßburg aufgrund von Corona-Bestimmungen nicht wie sonst üblich Kinder als Ballpersonal einsetzten und mussten sich daher nach anderen Freiwilligen umsehen. Sie fragten Paul-Henri Mathieu, ehemalige Nummer 12 der ATP-Rangliste.
Der gebürtige Straßburger ließ sich nach der Anfrage des Turniers nicht zweimal bitten und stellte sich für das Match von Anna Blinkova und Aryna Sabalenka zur Verfügung. Eine Art kleine Rückkehr für den Franzosen, der schon vor rund 30 Jahren beim Turnier als Ballkind ausgeholfen hatte. Wie er der Zeitung L’Alsace nach seinem Einsatz verriet, hatte Mathieu die Offiziellen aber vorher gebeten, die beiden Spielerinnen zu fragen, ob sie mit seinem Einsatz einverstanden wären. Er wolle die beiden mit seiner Anwesenheit nicht stören.
Er störte nicht und konnte damit, wie der 38-Jährige auch gegenüber L’Alsace selber betonte, am 50. Jahrestag der #Original9 die Gründung der WTA mit dieser schönen Geste würdigen. Das Match gewann Sabalenka in drei Sätzen mit 1:6, 6:4, 6:2.
(Bild © imago images / PanoramiC / Chryslene Caillaud)




