Struff mit Energieleistung gegen Kanadas Nummer 1 Leaderboard : 4475810 Top : 4475800

Nach seinem nahezu perfekten Restart beim Masters in Cincinnati mit einem glatten Sieg über Alex de Minaur verlief die zweite Runde für Jan-Lennard Struff trotz eines komplizierten Matchauftakts ähnlich erfreulich. Im Duell mit Kanadas Nummer eins, Denis Shapovalov, siegte Deutschlands Nummer zwei am Montagabend (deutsche Zeit) mit 7:6 (4), 3:6, 6:4.

Die Vorzeichen standen aus „Struffis“ Sicht durchaus gut, da das Head-to-Head mit 3:1 für den Weltranglisten-34. sprach. Diese Erfolgsserie konnte er fortsetzen. Auf Court No. 10 der US-Open-Anlage, auf der die Western & Southern Open 2020 Corona-bedingt stattfinden, kassierte der Deutsche in seinem zweiten Aufschlagspiel zunächst ein frühes Break – und das obendrein per Doppelfehler.

Störball: Schiedsrichter muss Rally unterbrechen

Auch das darauffolgende Aufschlagspiel lief für Struff nicht optimal und war letztlich dennoch der Wendepunkt im ersten Satz. Erneut musste er Breakbälle hinnehmen, konnte sich allerdings aus der verzwickten Lage befreien. Statt 1:4 stand es nun 2:3. Im Anschluss wurde der Warsteiner auch bei Service Shapovalov mutiger. Als es darauf ankam, war Struff zur Stelle: Der 21-jährige Kanadier, der diesmal nicht wie zuletzt in Runde eins (gegen Marin Cilic) im Andre-Agassi-Gedächtnisshirt und dennoch in grellen Farben auflief, konnte bei 5:4 nicht ausservieren.

Das späte (aber eben nicht zu späte) Break gab Struff die Sicherheit zurück, die er mit einem Zu-Null-Aufschlagspiel zum 6:5 und einem starken Tiebreak untermauern konnte. Randnotizen: Bei 4:1 im Tiebreak musste der Stuhlschiedsrichter eine Rally unterbrechen, weil vom Nachbarplatz ein Ball auf Court No. 10 gerollt war. Nach dem 6:2 für Struff zerstörte der Kanadier wutentbrannt seinen Schläger.

Struff nimmt sich emotionale Auszeit in Satz zwei

Zu Beginn des zweiten Satzes flog dann erstmals Struffs Racket. Die Gefühlsregung des Warsteiners war durchaus nachvollziehbar: Erst vergab er zwei Breakbälle, dann kassierte er selbst das Break zum 1:3. Anders als im ersten Durchgang fand der DTB-Profi diesmal nicht zurück in den Satz. Dafür umso mehr im entscheidenden Durchgang: Neun Spiele lang gaben sich die Aufschläger keinerlei Blöße, ehe Struff – zum wiederholten Male – im richtigen Moment zur Stelle war. Bei 5:4 aus seiner Sicht gelang ihm das Break zum Satz- und Matchgewinn.

Einziges Manko: Die Quote des ersten Struff-Aufschlags lag insgesamt bei rund 50 Prozent, im Achtelfinale gegen den Belgier David Goffin muss hier eine Steigerung her. Seinen Erfolg über den aufstrebenden Shapovalov kann diese Statistik allerdings nicht schmälern.

(Bild (c) imago images / Bernd König)