Philipp Kohlschreiber überbrückt die wegen der Corona-Pandemie tennisfreie Zeit in der Tennis-Base Oberhaching. Auch wenn es keinen festen Zeitpunkt für eine Rückkehr des professionellen Tennis gibt, will der Augsburger auf jeden Fall noch weiterspielen.
Mit 36 Jahren ist „Kohli“ nach Roger Federer und Feliciano Lopez inzwischen der drittälteste Profi in den Top 100 der ATP-Weltrangliste. Und doch ist für ihn zumindest im Moment noch kein Ende in Sicht. „Es ist eine schwierige Situation, auf ein nicht klar definiertes Ziel hinzuarbeiten“, sagt Kohlschreiber der Süddeutschen Zeitung, „vielleicht gibt es in meinem Alter den ein oder anderen der sich sagt: ‚Das tue ich mir nicht mehr an und höre auf.‘“ Aber der Davis-Cup-Spieler will noch weitermachen, die Tour erleben und am liebsten bei Olympia 2021 spielen. „Ich will nochmal zurückkommen, auf jeden Fall.“
Preisgeld-Fonds: „Die Idee ist grundsätzlich gut“
Die ATP und einige Topspieler organisieren derzeit einen Preisgeld-Fonds für Spieler in den abgeschlageneren Gegenden des Rankings. Kohlschreiber fällt mit seinem Platz 74 unter die Spieler, die den Fonds mitfinanzieren sollen. „Ich finde die Idee grundsätzlich gut“, sagt er, „aber pauschal zu sagen, die Platzierung der Spieler ist ausschlaggebend, finde ich nicht gut“. Es gäbe genügend Spieler, die auch jenseits der 300 schon genügend Geld eingespielt hätten. „Es sollte kein Multimillionär Geld aus dem Fonds erhalten, nur weil er ein Jahr verletzt war“, meint „Kohli“ und führt Mischa Zverev als Beispiel heran. Der hat in seiner Karriere bereits mehr als fünf Millionen Euro erspielt und ist sicher nicht auf die Hilfe angewiesen. „Es rächt sich jetzt, dass man da die ganzen Jahrzehnte zu wenig entgegengewirkt hat“, schließt Kohlschreiber.
Anfang des Jahres startete der DTB-Akteur gut in die Saison und konnte in Canberra ein gut besetztes Challenger-Turnier gewinnen. Jetzt hält er sich seit Wochen in Oberhaching mit ein paar anderen Profis fit und wartet, dass es weitergeht. So weit reisen möchte er zwar nicht mehr unbedingt, auf den Platz zurück aber auf jeden Fall. Wir freuen uns schon auf „Kohlis“ und das allgemeine Tennis-Comeback.
(Bild © imago images / Hasenkopf)




