Nach 29 Jahren! Diese Spielerin brach einen Bann Leaderboard : 4475810 Top : 4475800

Obwohl Tennis bei Damen wie Herren ein praktisch globaler Sport ist, gibt es sie immer noch, die weißen Flecken auf der Profitennis-Landkarte. Meist bezieht sich das auf Länder, in denen es die politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Verhältnisse erschweren oder schlechterdings unmöglich machen, Tennis so zu betreiben, dass es gelingen kann bis in die (erweiterte) Weltspitze vorzudringen.

Norwegen: Im Tennis lange mau

Das komplette Gegenbeispiel zu solchen Staaten ist Norwegen. Das skandinavische Land kann sich laut HDI-Index des höchsten Lebensstandards der Welt rühmen, gilt als höchstentwickelter Staat überhaupt und gibt das auch mit einem der höchsten Pro-Kopf-Einkommen an seine Bürger weiter. Trotzdem fand Norwegen im Profitennis über Jahrzehnte hinweg auf höherer Ebene einfach nicht statt.

Bei den Herren hat das seit 2017 nach und nach Casper Ruud geändert, der sich mittlerweile bis auf Platz 34 in der Welt hocharbeiten konnte. Der 21-Jährige war im Februar Sieger beim Turnier von Buenos Aires, damit erster norwegischer Titelträger auf der ATP Tour. Durch seinen Höhenflug im Ranking löste er ausgerechnet seinen Vater Christian Ruud als bisher erfolgreichsten Tennisspieler seiner Nation ab.

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GRACIAS BUENOS AIRES!!😊🥳🤪🙏🏻🏆🇦🇷🎾 nunca olvidaré esta semana🤩

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Eikeri bringt Norwegen nach 29 Jahren in ein WTA Turnier

Im Damenbereich ist Norwegen noch ein gutes Stück von solchen Erfolgen entfernt, aber immerhin brach jetzt Ulrikke Eikeri (WTA 248) einen sage und schreibe 29 Jahre alten Bann. Tatsächlich muss man bis auf dass Jahr 1991 zurückschauen, um mit Amy Jonsson eine Norwegerin in einem Hauptfeld der WTA zu finden. Eikeri selbst versuchte ganze zwölf Mal vergeblich, sich erfolgreich durch eine WTA-Qualifiaktion zu spielen. Dreizehn scheint aber ihre Glückszahl zu sein, denn beim Turnier von Hua Hin (Thailand) im Februar gelang ihr endlich dieser Schritt. Dass danach schon wieder in Runde eins Schluss war, wird die Freude über diesen persönlichen wie norwegischen Damentennis-Meilenstein wahrscheinlich nur wenig getrübt haben.

Eine Entwicklung wie bei Ruud scheint unwahrscheinlich

Ob dieser Erfolg ein Startschuss zu einer ähnlichen Entwicklung wie bei Landsmann Ruud ist, darf aber bei allem Optimismus bezweifelt werden. Trotz ihrer insgesamt elf Turnier-Erfolge auf der unteren ITF-Ebene weißt Eikeris Alter von bereits 27 Jahren darauf hin, dass Norwegen wahrscheinlich weiter auf eine nachhaltige Rettung aus dem Damentennis-Dornröschenschlaf warten muss.

(Bild: (c) imago images / Action Plus)