Kontaveit gewinnt das Nervenspiel gegen Swiatek Leaderboard : 4475810 Top : 4475800

Die Estin Anett Kontaveit (WTA 31) hat zum ersten Mal in ihrer Karriere das Viertelfinale der Australian Open erreicht. In einer Partie mit vielen Wendungen schlug sie die Polin Iga Swiatek (WTA 56) mit 6:7 (4), 7:5, 7:5.

Swiatek versucht die Radwanska-Lücke zu füllen

Der Rücktritt von Agnieszka Radwanska vor einem guten Jahr hat eine große Lücke ins polnische Damentennis gerissen, was die Spitzenbereiche der Weltrangliste angeht. Mittlerweile schickt sich aber die talentierte 18-Jährige Iga Swiatek (WTA 56) an, in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Landsfrau zu treten. Bei ihrem ersten Versuch ein Grand-Slam-Viertelfinale zu erreichen, war Swiatek jedoch im Vorjahr in Roland Garros Roland gegen Simona Halep mit 1:6, 0:6 böse unter die Räder gekommen.

Beide kämpfen nervös ums erste Grand-Slam-Viertelfinale

Aber auch für ihre fünf Jahre ältere Gegnerin am heutigen Tag war das Achtelfinale auf dieser Ebene bisher eine unüberwindliche Hürde geblieben. Gleich dreimal war sie über die Jahre schon in Melbourne, Paris und New York in dieser Runde hängen geblieben. So war es wohl kein Wunder, dass auch die Estin trotz ihres tollen Erfolgs über Belinda Bencic im Match zuvor nervös in diese Partie ging. Zwar hatte das Spiel ihrer jungen polnischen Gegnerin seine deutlichen Aufs und Abs, die fünf Jahre ältere Kontaveit hatte aber selbst genug Schwierigkeiten, dauerhaft die richtige Mischung aus Power und Sicherheit zu finden.

Das führte zu einem ersten Satz, in dem Swiatek eine frühe Führung auch früh wieder abgeben musste während Kontaveit später gleich zweimal einen Breakvorsprung nicht zum Satzgewinn transportieren konnte. Im Tiebreak war nach einem 3:3 dann ein Drei-Punkte-Zwischenspurt der 18-Jährigen zum 6:3 entscheidend – wenig später hatte sich Swiatek mit 7-4 die Satzführung erspielt.

Swiatek schnuppert am Sieg

Das Nervenspiel ging in Satz zwei aber unvermindert weiter. Diesmal war es Swiatek, die zweimal den Breakvorsprung verspielte, zuletzt bei einem 4:3 nur zwei Spiele vom möglichen Matchgewinn entfernt. Das schien die Nummer 56 der Welt durchaus zu beschäftigen. Ab 5:5 spielte nur noch Kontaveit. Swiatek musste nicht nur den Satzausgleich hinnehmen, sie geriet auch im Entscheidungsdurchgang haushoch mit 1:5 ins Hintertreffen.

Kontaveit rettet sich ins Ziel

Erst mit dem Rücken zur Wand gelang der Polin wieder mehr, während jetzt wieder Kontaveit deutliche Schwierigkeiten hatte, das Match über die Ziellinie zu bringen. Sie musste sogar den Ausgleich zum 5:5 hinnehmen, rettete sich dann aber doch noch mit zwei Spielen in Folge zum knappen Sieg. Vielleicht gelingt ihr als Außenseiterin im Viertelfinale gegen Halep wieder besser, ihre Leistung durchgängig abzurufen.

(Bild: (c) imago images / ZUMA Press)