Gestern hatte Dauerregen dafür gesorgt, dass in Doha nur eine der Viertelfinalpartien gespielt werden konnte. Das bedeutete unter anderem für Qualifikant Corentin Moutet (ATP 81) und den an Nummer eins gesetzten Stan Wawrinka (ATP 15) heute eine Doppelschicht, denn nachdem sie sich heute früh am Tag gegen Fernando Verdasco bzw. Alize Bedene durchgesetzt hatten, trafen die beiden auch noch im Halbfinale aufeinander.
Obwohl Moutet in dieser Woche inklusive Qualifikation schon fünf Matches in den Beinen hatte und auch heute im Viertelfinale gegen Fernando Verdasco schon erfolgreich über die volle Distanz gegangen war, hatte der junge Franzose gegenüber Wawrinka den längeren Atem und zog mit einem 3:6, 7:5, 6:3 in sein erstes Finale auf ATP-Ebene ein, in dem er morgen auf den Russen Andrey Rublev trifft.
Der Favorit sieht lange wie der sichere Sieger aus
Dabei lief zunächst alles richtig gut für Altmeister Wawrinka, der auf dem Weg in sein 31. Finale auf der Tour schien. Moutet hatte zwar durchaus seine Chancen, allein im allerersten Spiel der Partie konnte sich der 20-Jährige gleich drei Breakmöglichkeiten am Stück erspielen. Genau die Chancenverwertung war es aber heute, die zunächst den entscheidenden Unterschied zwischen dem routinierten Wawrinka und einem manchmal zu ungestüm agierenden Youngster ausmachte.
Wawrinka agierte fast zwei Sätze lang in den wichtigen Match-Situationen, egal ob er unter Druck war oder aber ob sich im selbst eine Möglichkeit bot, durchgehend äußerst abgeklärt und baute seine Punktgewinne ruhig auf. So nutze er die einzige seine Breakchance des ersten Durchgangs zur 3:1-Führung und hatte anschließend wenig Schwierigkeiten, seinen Vorsprung mit dem eigenen Aufschlag Richtung Satzgewinn zu transportieren.
Vier Spielverluste in Folge kosten Wawrinka die Partie
Im zweiten Durchgang schaffte es Moutet dann aber, einen weiteren Aufschlagverlust erfolgreich zu vermeiden. Und dann war es aus dem Nichts heraus Wawrinka, dessen Spiel plötzlich beim Stand von 5:6 aus seiner Sicht auseinander fiel. Der 15. der Weltrangliste gab gleich vier Spiele in Folge ab, innerhalb weniger Minuten verlor er so den zweiten Durchgang und geriet auch in Satz drei entscheidend ins Hintertreffen.
Moutet mit seinem ersten Top-20-Sieg
Moutet, der bis zu dieser Phase wie der logische Verlierer der Partie gewirkt hatte, nutzte die sich ihm bietende Chance und brachte die Führung und seinen ersten Sieg gegen einen Top-20-Akteur couragiert nach Hause. Morgen hat er im Finale die Chance, einem jetzt schon überragenden Start in die Saison die Krone aufzusetzen.
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