Vieles ist neu, doch das größte Probleme ist geblieben. Heißt als Konsequenz: Auf Angelique Kerber wartet noch eine Menge Arbeit.
Mit ihrem neuen Coach Dieter Kindlmann soll 2020 einiges besser werden. Ein Prozess, kein Zauberwerk auf Knopfdruck. Das war beim Saisonauftakt gegen Samantha Stosur deutlich zu erkennen. Beim WTA-Turnier in Brisbane setzte es eine unnötige 6:7, 6:7-Niederlage.
Schwache Zahlen beim Aufschlag
Natürlich, die 35-jährige Australierin ist kein Kanonenfutter, die ehemalige US-Open-Siegerin spielte noch dazu vor heimischem Publikum. Doch andererseits ist Stosur auch nur noch die Nummer 99 der Welt – und „Angie“ hatte ihre Chancen. So im ersten Satz, als sie einen 2:5-Rückstand mit ihrem – zu diesem Zeitpunkt – starkem Willen noch wettmachte. Im Tiebreak erspielte sich Kerber dann eine 5:1-Führung, alles roch nach Satzgewinn. Ehe aber wirklich gar nichts mehr klappte und Stosur sechs Punkte in Serie einfuhr.
Im zweiten Durchgang blieb alles bis zum Tiebreak komplett in der Reihe. Die größeren Schwierigkeiten auf dem Weg dahin hatte aber erneut die DTB-Akteurin, die gleich drei Breakbälle abwehren musste. Kerber konnte mit dem eigenen Aufschlag selten Druck entfachen, wie auch die Zahlen belegten: Nur 36 von 54 Punkte für sich entschieden, wenn der Erste saß. Nur 16 von 31 Punkte gewonnen, wenn der Zweite kam. Vier Doppelfehler serviert, zudem sieben Breakchancen zugelassen.
Doch die Deutsche schaffte es – wie gesagt – erneut in den Tiebreak. Beim 3:2 sah es noch gut aus, beim 4:5 war auch noch alles im Rahmen – beim 4:7 dann aber nicht mehr. Den Matchball verdaddelt durch einen leichtfertig verzogenen Rückhand-Return. Auch das Nervenkostüm scheint angekratzt bei „Angie“. Bei einer 3:8-Serie in den letzten Wochen von 2019 kaum verwunderlich. Während Kerber und Kindlmann noch eine Menge Arbeit bevorsteht, lobte Stosur ihre Trainer Rennae Stubbs: „Sie hat immer an mein Tennis und an mich geglaubt. In meiner gesamten Karriere.“
(Bild (c) imago images / AAP)




