Es wird ernst für die deutsche Mannschaft: Am Mittwoch ab 11 Uhr (DAZN) greift das DTB-Team beim reformierten Davis Cup in Madrid erstmals aktiv ins Geschehen ein. Auftaktgegner sind die Argentinier, die als Favorit in die Partie gehen.
Die deutsche Mannschaft
Jan-Lennard Struff ist erstmals die Nummer eins im deutschen Davis-Cup-Team. Während Alexander Zverev frühzeitig seine Teilnahme am Davis Cup absagte und stattdessen lieber Schaukämpfe mit Roger Federer in Südamerika bestreitet, verschob Struffi sogar seinen Urlaub, um Madrid dabei sein zu können. „Wir sollten der Veranstaltung eine Chance geben. Ich gehe sehr unvoreingenommen hier rein. Und natürlich wollen wir so weit wie möglich kommen“, sagte Struffi vor seiner Auftaktpartie. Der Warsteiner hofft, seine gute Form aus den vergangenen Monaten halten zu können, obwohl sein letztes Match beim ATP-Masters in Paris bereits rund drei Wochen zurückliegt. Nach dieser ungewohnt langen Pause ist er nun umso heißer auf den Auftakt gegen die „Gauchos“.
Dominik Koepfer ist der Shootingstar im deutschen Team. Bei den US-Open spielte er sich erstmals ins Rampenlicht, als er sich als Qualifikant bis ins Achtelfinale vorkämpfte und dort den späteren Finalisten Daniil Medvedev ordentlich ärgerte. Der verdiente Lohn: Ein Platz unter den Top 100 der Welt und eine Nominierung für das Davis-Cup-Team. „Er funktioniert in wichtigen Situationen“, lobte Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann seinen Neuling. Bleibt zu hoffen, dass er auch in Madrid kühlen Kopf bewahrt.
Philipp Kohlschreiber ist der Routinier im Team. Seit zwölf Jahren tritt Kohli im Davis Cup an und hat in dieser Zeit schon viele Höhen und Tiefen miterlebt. Auf der ATP-Tour enttäuschte der 36-Jährige in dieser Saison zwar, im Davis Cup hatte er mit zwei Punkten gegen Ungarn allerdings maßgeblichen Anteil daran, das sich die Deutschen für das Endturnier in Madrid qualifizieren konnten.
Im Doppel sollen die deutschen Grand-Slam-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies für die entscheidenden Punkte sorgen. Nach einer Traumsaison gekrönt mit dem Titelgewinn bei den French Open, wollen die beiden nun auch erstmals im Davis-Cup für Furore sorgen.
Der Gegner
Die Argentinier zählen in Madrid zu den Favoriten auf den Sieg. Am Dienstag gewannen Diego Schwartzman und Guido Pella souverän ihre Einzel und führten die „Gauchos“ zu einem klaren 3:0-Erfolg gegen Chile. Auch das Doppel Maximo Gonzalez/Leonardo Mayer setzte sich ohne Satzverlust durch. Mit einem Sieg gegen Deutschland können die Südamerikaner ihr Ticket für das Viertelfinale buchen. Ihr Kapitän ist Gaston Gaudio, der 2004 die French Open gewann.
Die Bilanz
Die Argentinier gehören zu den Angstgegnern der Deutschen im Davis-Cup. Von neun Vergleichen konnte die DTB-Auswahl nur zwei für sich entscheiden. Der letzte Erfolg liegt bereits 28 Jahre zurück: Ein 5:0 im Viertelfinale des Jahres 1991 beim Heimspiel in Berlin. In den letzten drei Partien behielten jeweils die Gauchos die Oberhand – in Buenos Aires in den Jahren 2003 und 2013 sowie in Bamberg im Jahr 2012.
Der Modus
Es werden zwei Einzel und ein Doppel gespielt. Insgesamt 18 Mannschaften sind in sechs Gruppen mit je drei Teams aufgeteilt. Die Gruppensieger und die beiden besten Gruppenzweiten erreichen das Viertelfinale. Dort geht es im K.o.-Modus weiter.
(Bild (c) imago images / Cordon Press / Miguelez Sports)




