Dominik Köpfer (ATP 118) hat den Einzug ins Viertelfinale der US Open in vier Sätzen verpasst. Der Überraschungsspieler des Turniers, der als Qualifikant bis in dieses Achtelfinale vorgedrungen war, musste sich Daniil Medvedev (ATP 5) aus Russland mit 6:3, 3:6, 2:6, 6:7 beugen
Medvedev wirkt zunächst müde und angeschlagen
Zu Beginn der Begegnung waren Medvedev die vielen Matches in den letzten vier Wochen deutlich anzumerken. Mit Kinesio-Tape an Oberschenkel und und rechten Schlagarm ausgestattet, schien der Russe oft einen Schritt langsamer zu sein als gewohnt und leistete sich auch den einen oder anderen ungewöhnlich leichten Fehler. Kopefer nutze das aber auch sehr geschickt aus, bewegte den Gegner immer wieder mit seinen kraftvollen Grundschlägen und drängte ihn weit hinter die Grundlinie. Ergriff Medvedev selbst die Initiative, wurde er zudem oft gut ausgekontert. Ein erstes Break Koepfers konnte die Nummer fünf der Welt noch ausgleichen, danach war aber der Deutsche wieder der klar präsentere Spieler auf dem Platz und holte sich verdient nach einer halben Stunde den Startdurchgang.
Der Russe wankt – und steigert sich dann doch
Anfang des zweiten Satzes schien das Match dem körperlich angeschlagenen Moskauer physisch wie psychisch endgültig zu entgleiten. Medvedev verlor sofort wieder seinen Aufschlag und blickte immer wieder hilfesuchend und kopfschüttelnd zwischen den Ballwechseln in Richtung seiner Box. Dann aber veränderten sich die Kräfteverhältnisse im Louis Armstrong Stadium langsam. Köpfer wirkte plötzlich selbst ob der Chance, hier mit einer doppelten Satzführung eine Art Vorentscheidung herbeiführen zu können, nicht mehr so bei sich selbst wie vorher, spielte passiver machte trotzdem eher mehr Fehler.
Gleichzeitig wurde Medvedev klar besser, schien sich die Müdigkeit langsam aber sicher aus den Beinen gelaufen zu haben. Er glich zum 2:2 aus, ging anschließend erstmals selbst in Führung. Und spielte mehr und mehr mit dem Selbstvertrauen aus bisher schon 17 gewonnen Hartplatz-Partien in diesem nordamerikanischen Tennis-Sommer. Der Satz ging mit 6:3 an Medvedev, das Momentum der Partie hatte sich klar verschoben. Das sollte sich dann auch im dritten Satz so fortsetzen. Medvedev spielte jetzt zunehmend seinem Weltranglistenplatz entsprechend. Und mittlerweile war es eher sein 25-Jähriger Gegner, dem man die aus der Qualifikation heraus sechs vorherigen Matches in New York anmerkte.
Köpfer legt nochmal alles in den vierten Satz – vergeblich
Trotzdem legte der bullige Linkshänder noch einmal alles was er hatte in den Beginn des vierten Durchgangs und ging dort zur Freude der Zuschauer, die nach Medvedevs Eskapaden in seinem Spiel gegen Feliciano Lopez klar auf Seiten des Deutschen waren, mit einem Break in Führung. Aber Medvedev hielt gegen den sich wieder steigernden Köpfer in dieser für ihn kritischen Phase spielerisch mit kühlem Kopf dagegen.
Anders als in den Sätzen zwei und drei ließ sich Köpfer zwar nicht frühzeitig abschütteln und fightete sich bis in den Tiebreak hinein. Dort war es dann aber doch der Favorit, der nach einem anfänglichen Doppelfehler Köpfers schnell davon zog und sich das Match mit einem 7-2 sicherte. Am heutigen Montag haben noch Alexander Zverev und Julia Görges die Chance, als DTB-Profis das Viertelfinale von New York zu erreichen.
(Bild: (c) imago images / Hasenkopf)




