Dominic Thiem (ATP 4) hat die Wiederholung des Vorjahresfinales bei den French Open 2019 perfekt gemacht und zum zweiten Mal in Folge das Finale von Roland-Garros erreicht. Nachdem schon gestern Rafael Nadal (ATP 2) mit einem Dreisatzsieg über Roger Federer (ATP 3) erneut das Endspiel erreicht hatte, bezwang der Österreicher heute in der Fortsetzung ihres gestern im dritten Satz abgebrochenen Matches den Weltranglistenersten Novak Djokovic mit 6:2, 3:6, 7:5, 5:7, 7:5.
Finals bound 💪@ThiemDomi reaches his second straight Roland-Garros final 6-2 3-6 7-5 5-7 7-5 over Djokovic.
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Djokovic startet konzentrierter und entschlossener als gestern
Anders als gestern, als der Serbe im ersten Satz hauptsächlich mit den widrigen Windbedingungen beschäftigt war, präsentierte sich heute ein von Anfang an hochkonzentrierter Novak Djokovic. Da auch Thiem erneut sein Leistungsvermögen abrufen konnte, entwickelte sich so ein enges und packendes Match, im dem der Österreicher seinen noch gestern erspielten Break-Vorsprung schnell abgeben musste. Insgesamt wirkte Djokovic bei der Wiederaufnahme der Partie wie der etwas stabilere und konstantere Spieler, der auch weit weniger Schwierigkeiten hatte, seine Aufschlagspiele nach Hause zu bringen.
Ein genervter Djokovic gibt den dritten Satz ab
Ausgerechnet beim Stand von 5:6 brachte sich der Paris-Sieger von 2916 aber selbst ein wenig aus dem Flow, als er nach einer Verwarnung wegen Zeitüberschreitung beim Aufschlag eine fruchtlose Diskussion mit dem Schiedsrichter anzettelte. Drei Satzbälle Thiems konnte er noch abwehren, den vierten nicht mehr.
Domi à un set de la finale !@ThiemDomi remporte la 3e manche 7-5. Il mène la rencontre 2⃣-1⃣.https://t.co/FFQufZaxqW | #RG19 pic.twitter.com/bG0VPSeupw
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Der vierte Satz wird zum Break-Festival
Thiem hatte sich die wichtige 2:1-Satzführung erkämpft, konnte sich des Sieges gegen einen Spieler vom Kaliber Djokovics aber noch lange nicht sicher sein. Das bewies dieser, als er im vierten Durchgang schnell mit einem Break in Führung ging. Thiem schaffte es zwar postwendend seinerseits, ein Return-Game für sich zu entscheiden, machte aber in dieser Phase plötzlich die entscheidenden Fehler mehr. Djokovic nutze die sich bietende Chance und ging erneut in Führung. Bei 4:2 sah es so aus, als könnte er der Partie frühzeitig in diesem Durchgang eine Wende zu seinen Gunsten geben und einen fünften Satz erzwingen.
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Thiem schnuppert schon am Matchgewinn und muss dann doch in den fünften Satz
In der Folge gelang es Thiem aber wieder, seine Leistung zu stabilisieren. Gleichzeitig hielt Djokovic die Tür in diesem Satz auch durch einige unnötig entstandene Punktverluste weiter offen. Thiem konnte nicht nur zum 4:4 ausgleichen, sondern flog auf dem Scoreboard zum 5:4 am Serben vorbei. Dieser stand jetzt wenige Punkte vor dem Aus – meisterte die mentale Herausforderung aber mit Bravour. Nach insgesamt fünf Breaks in diesem Satz hatte der Serbe entscheidend die Nase vorne – und für Thiem war der Weg is Finale plötzlich wieder lang.
Full stretch. To five we go…
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Der Regen stoppt den Dominator kurz vor der Ziellinie
Der Entscheidungssatz musste zurecht diesen Fortsetzungskrimi entscheiden. Beide Spieler wehrten sich zunächst erfolgreich gegen frühe Breakchancen des Gegners. Dann war es aber doch der Österreicher, der ein erstes Ausrufezeichen setzte. Auch unterstützt durch durch einige leichte Fehler Djokovics, der im Bemühen zu variieren teilweise etwas seine Linie verlor, holte sich Thiem eine 4:1-Führung und hatte Chancen auf ein 5:1, bevor die Partie erneut wegen Regens unterbrochen werden musste.
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Nach dem Regen kommt Djokovic gleich zweimal zurück – und Thiem versagen zunächst die Nerven
Als es dann nach einer guten Stunde weiter ging, rettete sich der Serbe mit Mühe und Not zum 2:4. Und drehte dann plötzlich wieder auf. Djokovic agierte jetzt dominant und offensiv und holte sich das Rebreak. Das Match war wieder vollkommen offen, scheinbar aber nur für wenige Minuten. Denn trotz eines 30: 0 gestattete die Nummer eins der Welt Thiem, wieder auf 5:3 davon zu ziehen. Bei eigenem Aufschlag und zwei Matchbällen in Folge sah Thiem dann nach fast vier Stunden Gesamtspielzeit über zwei Tage hinweg wie der sichere Sieger aus – und zeigte Nerven. Sichtlich zu stark angespannt vergab er die Möglichkeiten, das Match zu beenden.
Djokovic war wieder im Geschäft, hatte jetzt aber den Nachteil, immer wieder mit dem eigenen Aufschlag nachziehen zu müssen, um den Matchverlust weiter zu vermeiden. Schon bei 5:6 brachte dieser Druck den nächsten Matchball für Thiem. Und diesmal schaffte es der Österreicher dann endlich über die Ziellinie.
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(Bild © imago images)




